Rennbericht Schnepfau (Österreich)                    

 

Rennbericht vom 1. Eisrennen in Schnepfau am 5./6. Januar 2002

Klasse 2, Allradfahrzeuge mit 12 mm Spikes 

Eine Runde im Audi Quattro in Schnepfau:

Der Start erfolgt seitlich zur Rennpiste. 1. Gang, 2. Gang und mit ca. 70 –80 Km/h auf die erste Linkskurve (90°) auf die Start/Zielgerade. Das Auto durch eine kurze Gasreduzierung quer zur Kurve anstellen und dann mit Vollgas durch. Raufschalten in den 3. Gang und mit einem kleinen Sprung über die Startlinie. Jetzt folgt das Anbremsen des schwierigsten Streckenteils. Die folgende Linkskurve (100°), erst sehr eng dann langsam öffnend, ist nach aussen hängend. Ist man zu schnell, wird man zu stark nach aussen abgetrieben und landet im Tiefschnee (wie ich im ersten Durchgang beim Sprint). Früh bremsen, zurückschalten in den 2. Gang und und das Auto wieder anstellen. Möglichst mit dem Vorderrad innen einhängen und dann wieder voll beschleunigen. In den 3. Gang und mit Vollgas über einen weiteren Sprung die Gegengerade hinauf. Kurz die nächste 90° Linkskurve anbremsen, das Auto wieder quer stellen und mit Vollgas in die Kurve. Mittem im wunderschönen Drift zurückschalten in den 2. Gang und voll weiter. Wiederum  der 90° Links anbremsen, querstellen und durch. Wieder mit Vollgas die Gerade hoch und ab über die Ziellinie.

Der Sprint:

Am Samstag den 5. Januar war es endlich wieder soweit. Morgens um 10.30h gingen über 50 Fahrer in Schnepfau (Vorarlberg) an den Start.

Im Sprint werden 3 x 6 Runden gegen die Uhr gefahren. Am Ende werden die 2 besseren Läufe zusammen für den Tagessieg gewertet.

Im ersten Lauf (6. Runden gegen die Uhr) mache ich gleich in der ersten Kurve einen groben Fehler. Ich komme zu weit nach aussen und verliere im Tiefschnee neben der Piste sehr viel Zeit. Die nächsten 5 Runden gehen problemlos. Allerdings verliere ich durch diesen Fehler 5 Sekunden auf Christof Beck (Lancia Delta) und 2 Sekunden auf Christian Walder (Ford Sierra Coswort). Somit belege ich nach dem ersten Durchgang Platz 3.

Im zweiten Durchgang läuft es viel besser. Fehlerfrei absolviere ich meine 6 Runden und fahre 3 Sekunden schneller wie Christof Beck und 4 Sekunden schneller wie Christian Walder.

Somit muss ich also im 3. Lauf nochmals alles riskieren, um den Rückstand auf Christof Beck egalisieren zu können. Der 3. Lauf ist als Nachtlauf angesetzt und beginnt somit erst um 19.00h. Aus Sicherheitsgründen muss dieser 3. Lauf leider nach der Klasse 1 abgebrochen werden, wodurch der Tagessieger durch die bessere Zeit aus den den Läufen 1 und 2 ermittelt wird. Somit ergibt sich am Samstag folgendes Ergebnis in der Klasse 2:

 

  1. Christof Beck, A – Egg, Lancia Delta Integrale
  2. Christian Walder, CH – Hütten, Ford Sierra Coswort
  3. Georg Schwarz, D – Furtwangen, Audi 80 Quattro
  4. Florian Beer, A – Schnepfau, BMW 325 iX
  5. Walter Stöby, A – Dornbirn, BMW 325 iX
  6. Mathias Beer, A - Schnepfau, BMW 325 iX

 

Das Auto-Cross:

Am Sonntag Vormittag beginnt um 10.00h das Crossrennen. Die Startaufstellung erfolgt nach dem Ergebnis des Vortages. Da Christof Beck nicht zum Cross antritt, hat Christian Walder die Pole, ich den zweiten und Walter den dritten Startplatz in der ersten Startreihe. Gefahren werden wieder 3 Läufe und der dritte zählt für den Tagessieg. Als die Fahne nach unten geht, geht die Hatz über 4 Runden los. Ich entscheide mich, im 2. Gang zu starten. Allerdings gehen mir nach ca. 10 Metern die Drehzahlen aus und Christian innen und Walter aussen ziehen vorbei. Walter kann sich in der ersten Kurve sogar die Spitze greifen und führt somit vor Christian, mir und Florian. Runde für Runde fahren wir so Stosstange an Stosstange. In der 2. Runde macht Christian dann einen Fehler und dreht sich. Somit erbe ich den 2. Platz und verfolge nun Walter. In der letzten Runde komme ich auf der Gegengerade aussen neben Walter. In der folgenden Links riskiere ich ziemlich viel und lasse das Gas voll stehen. Als sich der Schneestaub von Walter etwas legt sehe ich aus der Seitenscheibe wie er ziemlich querstehend innen neben mir fährt. Da ich mehr Schwung aus der Kurve mitnehmen kann kann ich mich vor der letzten Kurve an Walter vorbeiquetschen und gewinne somit den ersten Lauf hauchdünn vor Walter und Florian.

Ähnlich verläuft der Start des 2. Laufes. Wieder verliere ich das Startduell von der Pole gegen Walter und Florian. Christian tritt in diesem Lauf nicht an. Zu meinem Glück sind sich Walter und Florian in der ersten Kurve nicht über die Vorfahrt einig und somit kann ich dort wieder beide passieren. Daran ändert sich bis zu Ende des Laufes nichts mehr und ich kann somit auch den zweiten Lauf gewinnen.

Jetzt folgt der alles entscheidende 3. Lauf. Am Start habe ich einen etwas zu nervösen Kupplungsfuss und produziere einen Frühstart. Dennoch jagen wir auf die erste Kurve zu. Wieder hat sich Walter aussen an mir vorbeiquetschen können. Als zweiter lenke ich in die erste Kurve ein. Doch da kommt Florian ungebremst von hinten und jagt mir vorne in die Seite. Wie vom Katapult abgeschossen jage ich ins Abseits und bleibe im Tiefschnee stecken. Allerdings ist das Rennen zu diesem Zeitpunkt bereits abgebrochen.

Leider fehlt mir am Neustart die Konzentration und ich wähle eine schlechte Linie. Somit können alle 3 Konkurrenten an mir vorbeiziehen. Aus lauter Zorn mache ich der 3. Kurve noch einen weiteren Fehler und verliere so 10 –15 Meter auf den Rest. Florian kann sich vorne absetzen, während Walter und Christian um den 2. Platz kämpfen. Zu Beginn der letzten Runde habe ich zu den beiden aufgeschlossen. Auf der Gegengerade kann ich mich aussen neben den auf dem 3. Platz fahrenden Christian setzten. Wieder riskiere ich in der folgenden Links alles und lasse das Gas voll stehen. Als sich der Schneestaub legt sehe ich wiederum Walter innen neben mir sehr stark driftend. Und wie schon im ersten Lauf kann ich mit Geschwindigkeitsüberschuss mich vor der letzten Kurve vor Walter setzen und somit noch den 2. Platzt retten.

Somit steht das Ergebnis des Rennlaufes wie folgt fest: 

  1. Florian Beer, A – Schnepfau, BMW 325 iX
  2. Georg Schwarz, D – Furtwangen, Audi 80 Quattro
  3. Walter Stöby, A – Dornbirn, BMW 325 iX
  4. Christian Walder, CH – Hütten, Ford Sierra Coswort

  

Resümee:

Alles in Allem war Schnepfau eine super organisierte Veranstaltung. Von dieser Stelle nochmals ein dickes Lob an den Edy Schuster und alle seine vielen treuen Helfer. Ein weiteres Highlight vom Wochenende waren sicherlich diejenigen Haudegen, welche die Tradition des Skijöring (Skifahrer mit einem Seil am Auto oder am Motorrad) wieder aufleben liessen. Sieger hier wurden Hugo Hartmann mit Skifahrer mit einem Schnitt von 76,6 Km/h.

Hoffentlich hat bereits nächstes Wochenende der Rosti Gmeiner mit seiner Truppe das gleiche glückliche Händchen und ebenfalls so ein super Wetter wie wir es alle in Schnepfau erleben durften.

Bis dahin mit sportlichem Gruss

Badschlappe Schorsch

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